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13.03.2015 |

Währungsunion: Bernd Lucke will Kerneuro-Zone

BIW: Deutschland muss zur D-Mark zurückkehren!

Neuer Vorschlag von AfD-Chef Bernd Lucke in der Euro-Debatte: Nicht nur Griechenland, sondern auch Italien, Frankreich und weitere Staaten sollen aus der Währungsunion ausscheiden. Stattdessen plädiert Lucke für eine Kerneuro-Zone, die sich auf den Kreis der „stabilitätsorientierten und wettbewerbsfähigen Länder“ beschränkt. Das erinnert stark an das Konzept des ehemaligen BDI-Chefs Hans-Olaf Henkel (heute AfD), der schon seit Jahren die Aufspaltung der Gemeinschaftswährung in einen Nord- und einen Südeuro fordert.

Fragt sich nur, welche Staaten für eine Kerneuro-Zone in Betracht kommen. Derzeit gibt es nur noch zwei Euro-Staaten, die mit der höchsten Bonitätsnote AAA an den Kapitalmärkten bewertet werden: Deutschland und Luxemburg. Alle anderen Länder im Euro-Gebiet haben dieses Rating längst verloren, sind also ökonomisch und fiskalisch mehr oder minder angeschlagen. Österreich etwa kämpft gegen eine drohende Bankenkrise an. Die Pleite der Hypo Alpe Adria, deren Schulden Wien nicht mehr bedienen will, könnte sogar einen neuen Tsunami an den europäischen Finanzmärkten auslösen. Die Niederlande sehen sich mit einer Immobilienblase konfrontiert, die manche Experten schon mit der Subprimekrise in den USA anno 2007 vergleichen. Und selbst in Finnland, das neben Deutschland lange als Musterknabe in Europa galt, sind Staatschulden und Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Die Südländer wären als Mitglieder einer stabilitätsorientierten Währungsunion auf Basis der Maastricht-Kriterien ebenso wenig geeignet wie Frankreich, was auch Lucke einräumt. Der Kerneuro-Zone angehören könnten aus heutiger Sicht also nur Deutschland und das kleine Fürstentum Luxemburg. Doch ob das stark europafixierte Luxemburg, dessen Banken zudem stark in Euro-Staatsanleihen investiert sind, überhaupt aus der gemeinsamen Währung aussteigen wollte, ist zweifelhaft.

Es bleibt also nur Deutschland. Und das bedeutet: Nicht Griechenland, Frankreich und Italien müssen den Euro verlassen, sondern Deutschland! Denn der  Grund für die Ungleichgewichte in der Euro-Zone ist nicht in erster Linie die Schwäche der Krisenländer, sondern die Wirtschaftsstärke der Bundesrepublik. Würde Deutschland die Währungsunion verlassen und  die D-Mark wieder einführen, hätten die anderen Staaten Luft zum Atmen. Denn ein dauerhaft niedriger Wechselkurs des Euro gegenüber anderen Währungen würde ihnen neue Chancen auf den Weltmärkten eröffnen. Deutschland hingegen könnte endlich wieder eine eigene Geldpolitik betreiben und die Zinsen auf ein vernünftiges Niveau anheben, das der Leistungsfähigkeit unserer Volkswirtschaft entspräche. So würde man die Enteignung der deutschen Sparer beenden und einer drohenden Inflation entgegenwirken. Natürlich käme es zunächst zu einer deutlichen Aufwertung der D-Mark. Aber solche Aufwertungen gab es auch schon vor 1999, ohne dass deshalb die deutsche Exportindustrie zusammengebrochen wäre. Das würde entgegen der Schwarzmalerei von Euro-Befürwortern auch diesmal nicht geschehen, zumal die dann wieder souveräne Bundesbank gegensteuern könnte, um den Wertzuwachs der Mark in erträglichen Grenzen zu halten. Das wirtschaftlich starke Deutschland dürfte jedenfalls den Anpassungsschock einer erneuten Währungsumstellung sehr viel besser verkraften als die ökonomisch angeschlagenen Südländer einschließlich Frankreichs.

Der Austritt Deutschland aus dem Euro-Raum wäre also ein Segen, für die Deutschen und die Staaten Europas. Deshalb lautet die Forderung der BÜRGER IN WUT schon seit Jahren: Raus aus dem Euro, zurück zur D-Mark! Es wäre schön, wenn sich endlich auch Herr Lucke und die AfD dieser Forderung anschließen würden, anstatt mit immer neuen Vorschlägen das Ziel zu verfolgen, die europäische Einheitswährung zu reformieren und damit am Leben zu erhalten. Das mag den kurzfristigen Profitinteressen der exportorientierten Unternehmen entgegenkommen. Es liegt aber nicht im Interesse der breiten Bevölkerung in Deutschland!